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Unsere 5 Forderungen

Wir fordern Maßnahmen zur Verlangsamung und Verminderung des Verkehrs am Zabel-Krüger-Damm in Berlin-Lübars und Waidmannslust sowie zur Verringerung der Gefahren für Fußgänger und Radfahrer.

  1. Tempo-30-Bereich von Alt-Lübars, Zabel-Krüger-Damm und Waidmannsluster Damm. Die jetzige Situation ist geprägt durch ein hohes Verkehrsaufkommen und zu hohe Geschwindigkeiten der Verkehrsteilnehmer.
  2. Fahrradschutzstreifen, denn Fahrradfahrer, welche auf dem Zabel-Krüger-Damm fahren wollen, meiden diese Straße, da die Überholmanöver der vorbeifahrenden Autos in der sehr engen Straße gefährlich sind.
  3. Mehr Fußgängerampeln oder Zebra-Streifen, denn es ist sehr gefährlich für kreuzende Fußgänger, besonders für Schulkinder und ältere Menschen.
  4. Regelmäßige Geschwindigkeits- und Lärmkontrollen, denn der Lautstärkepegel ist besonders in den Sommermonaten durch Autos, LKWs und Motorradfahrer enorm hoch. 
  5. Ein zukunftsweisendes Verkehrskonzept für die Ost-West-Verbindung in Waidmannslust und Lübars.                         

Der Zabel-Krüger-Damm in Zahlen

Zu viel LKW- und PKW-Verkehr, zu wenig Radwege, zu wenige Querungsmöglichkeiten.

2400

Meter lang von Alt-Lübars bis Oraniendamm

280

Meter Radweg - einseitig, in schlechtem Zustand.

3

Querungen (1 Zebrastreifen und 2 Ampeln).

750

LKWs- und PKWs pro Stunde.

Sicherheitsabstand nicht gewährleistet

Die asphaltierte Fahrbahn weist eine Breite von rund zehn Metern auf. Durch Autos, welche am Fahrbahnrand parken, reduziert sich die effektiv nutzbare Fahrbahn in der Mitte auf rund 5,90 Meter, also nicht einmal drei Meter pro Fahrtrichtung. Diese drei Meter teilen sich momentan Autos, Busse, LKW und Radfahrer im reinen Mischverkehr.

Sicherheitsabstände sind hier nicht möglich: Autofahrer können beim Überholen von Radfahrern den vorgeschriebenen Mindestabstand von 1,50m laut StVO § 5 Abs. 4 S. 2  nicht einhalten, solange Gegenverkehr aufkommt. Besonders in der Begegnung von Bussen und LKWs verbleibt kein Bewegungsspielraum.

Die Folge: Radfahrende oder auch abbiegende Autofahrer werden durch Hupen genötigt und gedrängelt, es kommt zu riskanten Überholmanövern mit viel zu geringem Abstand zu sowohl den Fahrrädern als auch dem Gegenverkehr. Autofahrer, welche in ihr parkendes Auto am Fahrbahnrand einsteigen wollen, haben keinen Sicherheitsabstand zum fließenden Verkehr. Das Be- und Entladen von Kraftfahrzeugen ist enorm erschwert, das Aussteigen von Personen auf der linken Rückbank gefährlich.

Die Straße Alt-Lübars ist nach den Richtlinien für die Anlage von Stadtstraßen (RASt, 6.1.1.3) mit rund fünf Metern Fahrbahnbreite inklusive Parkraum am Fahrbahnrand zu schmal für die Begegnung zweier LKWs [RASt: Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV): Richtlinien für die Anlage von Stadtstraßen RASt 06 (R 1), Ausgabe 2006]. Wenn Bus und LKW sich hier begegnen, staut sich der Verkehr und es dauert Minuten, bis die Fahrzeuge einen Weg gefunden haben, um aneinander vorbeizukommen. Hier muss es ein Durchfahrtsverbot für LKWs geben.

Immer öfter werden am Zabel-Krüger-Damm auch LKWs geparkt. Das sorgt nicht nur für noch weniger Sicht für überquerende Fußgänger und eine noch schmalere Fahrbahnbreite - es behindert auch Busse beim Anfahren der Haltestelle:

Mobirise

750 PKWs/LKWs pro Stunde

Täglich fahren laut Verkehrszählung zwischen 7.400 und 17.800 PKWs sowie 1.000 und 2.300 LKWs durch den Zabel-Krüger-Damm. Das entspricht bis zu 750 motorisierten Verkehrsteilnehmern pro Stunde. Die Zahlen der Verkehrszählungen von 2009 und 2014 verzeichnen einen besorgniserregenden Anstieg um 15 Prozent (PKW) und 120 Prozent (LKW), die Messwerte der Zählung aus 2019 stehen noch aus. Besonders dicht ist der Verkehr zu den Stoßzeiten, zum Beispiel im morgendlichen Berufsverkehr. Durch die am Fahrbahnrand parkenden Autos wird die Sicht verdeckt. 

Die Verkehrsdichte und die geringe Sicht in die Straße erschweren

    • das Einbiegen in den Zabel-Krüger-Damm

    • das Überqueren durch Fußgänger und Radfahrer 

Besonders an Knotenpunkten wie den zahlreichen Grundstücksausfahrten, Seitenstraßen und Kreuzungen ist das Überqueren für Fußgänger und Radfahrer sehr gefährlich.

Einbiegende Autofahrer müssen sich derart auf das Abpassen einer ausreichend großen Lücke in dem dichten Verkehr konzentrieren, dass die Aufmerksamkeit nicht auf zusätzlich querende Fußgänger gelenkt wird und hier große Unfallgefahr droht. Wenn Schulkinder morgens den Zabel-Krüger-Damm im Berufsverkehr überqueren müssen, ist dies außerhalb von Ampeln und Zebrastreifen für die Kinder oft lebensgefährlich.


Nur zwei Ampeln und ein Zebrastreifen auf 2,4 km

Leider existieren auf 2,4 Kilomtern Länge nur zwei Ampelanlagen und ein Zebrastreifen. Die Grünphase für Fußgänger an der Ampel am Vierrutenberg beträgt gerade mal acht Sekunden. Ansässige Senioren teilten uns mit, dass sie das Überqueren in diesen acht Sekunden schlichtweg nicht schaffen. 

Frau Susan Froese, Grundschullehrerin in der Rollbergsiedlung, hatte bereits 2018 die Zusage für einen Fußgängerüberweg Höhe Titiseestraße, damit die Schulkinder sicher über die Straße kommen. Zwei Jahre später ist immer noch nichts passiert. Auch die Initiative Alt-Lübars kämpft für einen Fußgängerüberweg an der Kreuzung ZKD und Alt-Lübars. Eine Querungshilfe wurde erst kürzlich in der BVV abgelehnt mit der Begründung, dass eine Gehwegvorstreckung den Schwenkraum für Busse nicht mehr ermöglichen würde. Leider wurde keine Alternative zur Gehwegvorstreckung in Erwägung gezogen.

Auf Höhe Öschelbronner Weg hat das Bezirksamt 2021 eine Gehwegvorstreckung gebaut. Die ist hier allerdings nutzlos da hier eh keine Autos parken können (Kreuzung). Bei Regen wird zudem der Fußweg überflutet:

Mobirise

Zulässige Lärmbelastung wird überschritten

Mobirise

Viele Anwohner*innen fühlen sich erheblich durch den Verkehrslärm der Straße belästigt. Bei der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz haben wir einen Anwohnerantrag auf lärmmindernde Maßnahmen gestellt. Insgesamt haben 56 Anwohner diesen Antrag unterschrieben. Wie laut es teilweise am ZKD zugeht, zeigt dieses Video: 

Es sind verschiedene Faktoren, welche den Lärm verursachen:

∙ zu hohe Grund- und Spitzengeschwindigkeiten (Raserei)

∙ sehr laute Autos und Motorräder, die illegale Manipulationen vermuten lassen

∙ eine hohe Verkehrsdichte mit bis zu 750 motorisierten Verkehrsteilnehmern pro Stunde

∙ ein stark ansteigender Anteil an LKW (+120% von 2009 auf 2014)

∙ lautes Beschleunigen und häufiges Hupen bei Einbiegevorgängen in den ZKD, bedingt durch dichten Verkehr, schlechte Einsicht in die Straße durch parkende Autos in Kombination mit hoher Grundgeschwindigkeit

Diese Lärmquellen verursachen an 80% der Fassaden Lärmbelastungen über 65 dB(A) LDEN. Damit überschreitet der Lärm den von der WHO und dem Umweltbundesamt anerkannten Grenzwert für ein erhöhtes Gesundheitsrisiko. An rund 7% der Fassaden beträgt die Lärmbelastung sogar mehr als 70 dB(A) LDEN und erreicht damit sogar die im Lärmaktionsplan gesetzte Vorrangstufe 1. Auch nachts werden die vorgeschriebenen Grenzwerte für LNIGHT überschritten.

Eine nachts angeordnete Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h würde zwar die Schlafprobleme einiger Anwohner mindern (allerdings auch nur in Kombination mit Kontrollen durch die Polizei), hilft jedoch bei den massiven Problemen mit Lärm und auch Sicherheit tagsüber nicht. Eine Durchsetzung von 30 km/h als Höchstgeschwindigkeit mindert nicht nur die Lärmbelastung (Mittelunngspegel sinkt laut Lärmaktionsplan um 2 bis 3 db(A) - entspicht einer Verkehsmengenreduzierung um 40 bis 50 %), sondern verbessert auch sicherheitsrelevante Aspekte wie

∙ leichtere Überquerung der Straße, besonders für Kinder (3 Schulen und 4 Kitas in der näheren Umgebung) und Senioren (2 Einrichtungen),

∙ weniger riskante Manöver beim Überholen von Radfahrenden, welche sich bisher im reinen Mischverkehr die verhältnismäßig schmale Fahrbahn mit den motorisierten Fahrzeugen teilen und dabei den rollenden Verkehr behindern, da die geringen Dimensionen der Fahrbahn keine Sicherheitsräume ermöglichen.

Leider gab es in der Vergangenheit kaum sinnvolle Geschwindigkeitskontrollen. Zwar wurde am 6. Januar 2020 eine Kontrolle durchgeführt, jedoch zwischen 8 und 9 Uhr morgens im Berufsverkehr. Schnelles Fahren ist dann garnicht möglich. Am 26. September 2020 gab es eine Blitzermessung - allerdings weit sichtbar aus einem Streifenwagen heraus.

Im morgendlichen Berufsverkehr sind hohe Geschwindigkeiten nicht das Problem – es ist die hohe Verkehrsdichte, welche zu dieser Zeit die Sicherheit gefährdet. Wir fordern anstelle von Modellrechnungen reale Lärmmessungen vor Ort.


Unfälle mit Personenschaden

Mobirise

Im Jahr 2018 kam es am Zabel-Krüger-Damm zu 14 Unfällen mit Personenschäden, die Kreuzung zum Oraniendamm ist hier NICHT eingeschlossen. Wir wundern uns, dass es nicht noch mehr sind. Es geschehen täglich brenzlige Situationen und Beinahe-Unfälle und wir wollen, nein dürfen!, nicht warten, bis ein Mensch zu Tode kommt.

2019 gab es immerhin noch 11 Unfälle dieser Art - 11 zu viel.

Es fehlen Radwege und Tempo 30

Mobirise

Am Zabel-Krüger-Damm existiert lediglich ein Streifen Radweg von 280 Metern Länge auf einer Straßenseite, welcher zusammen mit Fußgängern auf dem Bürgersteig geführt wird. Viele Radfahrer meiden den ZKD aufgrund der drohenden Gefahr. Der Büchenbronner Steig bietet als Fahrradweg keine sichere Überquerung über den Zabel-Krüger-Damm.

Eine unserer zentralen Forderungen ist ein beidseitiger Fahrradweg in Form eines Radfahrstreifens oder Schutzstreifens. Die laut Regelwerken [RASt: Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV): Richtlinien für die Anlage von Stadtstraßen RASt 06 (R 1), Ausgabe 2006, Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV): Empfehlungen für Fußgängerverkehrsanlagen (R 2), Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV): Empfehlungen für Radverkehrsanlage, Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV): Empfehlungen für Radverkehrsanlagen ] erforderlichen Mindestmaße können dabei vollständig eingehalten werden. Der Zabel-Krüger-Damm weist eine Gesamtbreite von etwa 18 Metern auf (Fahrbahn plus Seitenstreifen und Gehwege). Der bisher ungenutzte Raum auf dem Seitenstreifen zwischen den Bäumen könnte als Parkfläche genutzt werden. Dies würde Platz für einen Fahrradstreifen in jede Richtung schaffen. Einige Parkplätze würden wegfallen. Große Umbaumaßnahmen wären nicht nötig. Viele Bereiche zwischen den Bäumen sind bereits gepflastert und manchmal parken Autos dort bereits mit einer Hälfte auf dem Bürgersteig. 

Die folgende Skizze illustriert ein mögliches Verkehrskonzept:

Mobirise

Die erforderlichen Mindestmaße betragen [9-12]:

    • Gehweg 2 m

 mit mindestens 50 cm Seitenstreifen zum fließenden Verkehr

    • Sicherheitsstreifen von 25-50 cm 

    • Fahrradschutzstreifen von mindestens 1,25 m

    • Fahrbahn von mindestens 4,50 m, optimal mindestens 5,55 m 

Solche Forderungen werden vom Bezirksamt abgelehnt. Sie werden damit begründet, dass damit notwendige Maße und Sicherheitsabstände nicht berücksichtigt werden. 

Auf Nachfrage, auf welches Gesetz sich das bezieht, bekommen wir keine Antwort. Vermutlich geht es um das Mobilitätsgesetz. Wären diese Berechnungen korrekt, müssten Straßen mindestens 21.50 Meter breit sein, bevor ein Radweg entstehen darf. Auf den Vorschlag, den ruhenden Verkehr zwischen die Autos zu verlagern, wird erst gar nicht eingegangen.

Der ruhende Verkehr (90% der abgestellten Autos werden nur 10% des Tages bewegt), nimmt gebührenfrei öffentlichen Raum ein – auf Kosten der Sicherheit. Durch Tempo 30 und ein Halteverbot auf dem Zabel-Krüger-Damm hätten auch AutofahrerInnen, die aus den Seitenstraßen kommen, eine bessere Sicht und ein geringeres Kollisionsrisiko. Tempo 30 hat nachweislich keinen negativen Einfluss auf die „Fließfähigkeit“ des Autoverkehrs, sorgt aber für mehr Sicherheit und weniger wahrgenommen Lärm. Temporeduzierung und Fahrradstreifen sind wichtige Schritte auf dem Weg der Mobilitätswende. Diese wird ausdrücklich vom Mobilitätsgesetz Berlin gefordert. Leider ist Reinickendorf Schlusslicht in Sachen Mobilitätsgesetz, einen FahrRat gibt es als einzigen Bezirk hier nicht. So wurden allein 2018 nur 117.775,74 € aus dem Fördertopf aus Reinickendorf abgerufen. In Friedrichshain-Kreuzberg dagegen waren es 1.398.570,64 € – also beinahe zwölfmal mehr.v

Dabei ist der Anteil des Radverkehrs in Berlin in den vergangenen 5 Jahren von 13 auf 18 Prozent gestiegen. Der PKW-Verkehr sank im gleichen Zeitraum von 30 auf 26 Prozent. Das wichtigste Verkehrsmittel ist der Fußverkehr (30 Prozent). Das zeigt eine aktuelle Haushaltsbefragung des Senats unter 40.000 Berlinern/innen.

Wir glauben, dass das Mobilitätsgesetz im Kern eine gute Sache ist, haben aber gleichzeitig den Eindruck, dass der Bezirk Reinickendorf es als Totschlagargument missbraucht, um gar nichts zu tun. Die Anforderungen (z. B. 2m-Radweg) seien zu hoch bzw. nicht umsetzbar. Und so passiert gar nichts. Es ist ein politisches Spielchen auf Kosten der Verkehrssicherheit.

Es ist irrwitzig, dass Autos auf dem Zabel-Krüger-Damm wie auf einem privaten Parkplatz kostenlos so abgestellt werden dürfen, dass fließender Verkehr nicht mehr gefahrlos stattfinden kann. 

Hier nicht zu handeln bedeutet: Die Bequemlichkeit wird der Sicherheit vorgezogen.